Kinder-/ Jugend-& Familienberatung Gaby Hammer
   Kinder-/ Jugend-&         Familienberatung                    Gaby Hammer

 

 

 

Nähe & Distanz in der Familie

Nähe und Distanz – ein besonderes Thema. Erst recht in dieser Zeit, in der wir zu Hause „aufeinander hocken“ und kaum die Möglichkeit haben, dem einmal zu entfliehen. Denn wer hat schon einen ganzen Hausflügel für sich alleine? Oft ist noch nicht einmal ein eigenes Zimmer oder ein eigener Raum als Rückzugsort vorhanden. Das betrifft Kinder ebenso wie Eltern. Was passiert also, wenn wir tagein, tagaus zusammen sind und Mutter oder Vater jetzt morgens die Schulaufgaben beaufsichtigt, kontrolliert und korrigiert, die körperliche Fitness koordiniert und später dann noch für Spaß und Spiel sorgt?

Aus Sicht einer dreifachen Mutter kann ich eines besonders feststellen: Ich werde immer mehr zur einzigen Bezugsperson für meine Kinder – und das wirklich für alle Belange - den ganzen Tag!

Gar nicht mal so einfach!

Denn hatte ich nicht alles daran gesetzt, die Kinder zur Selbstständigkeit zu erziehen, ihnen immer wieder mal freie Hand gelassen bei Entscheidungen, die garantiert nicht meine gewesen wären? Wie schön war es anzusehen, dass sie immer öfter überhaupt nicht mehr nachfragen oder sich vergewissern, ob es so, wie sie es machen wollen, in Ordnung ist. Oft habe ich es gar nicht mitbekommen. Ich war ja auch mal nicht zu Hause, sondern arbeiten oder einkaufen oder anderswo. Sie mussten alleine auf richtig oder falsch, angemessen oder unangemessen überprüfen und dann alleine entscheiden: Ja oder Nein. Die späteren Reaktionen ihrer Umwelt wurden zur Lernerfahrung. Genau richtig! Alles super!

Und jetzt?

Jetzt sitzen wir hier bei- und aufeinander, meine Arbeit ist soweit eingestellt, meine ausser Haus Tätigkeiten minimiert und damit ist etwas für die Kinder allgegenwärtig, immer da, nicht zu umgehen:

Die Kontrollinstanz: Mutter!

Als Empfindung bei den Kindern, aber auch bei mir - quasi als Erweiterung meiner mütterlichen Rolle - 24/7!

Das führt bei den älteren Kindern oftmals zu Grrrr-Gefühlen und noch mehr Rückzugshandlungen. Die Kleineren reagieren darauf gerne auch mit einem großen Yeepee!

Alle zehn Minuten kommen sie während ihrer „Home-office“- Schulzeit aus ihrem Zimmer, gehen was trinken, haben Hunger, müssen mal wohin und klären im Vorbeigehen kurz mal eben ab: „Mami?“ - „Mama? Wo Bist Du?“ - „Mama, was machst Du?“, um dann bestenfalls wieder ihrer Wege zu gehen. Manchmal kommt es aber auch zu unschönen Dialogen, in denen es doch meist um eines geht: „Darf ich?“ -wahlweise auch „Kannste?“ oder „Können wir?“ mit der völlig automatisierten Gegenfrage eines elterlichen „Haste?“, um dann die tägliche Anzahl der elterlichen „Nein!“`s dramatisch in die Höhe schießen zu lassen.

Jeder dieser „Mama“- Ausrufe, ob mit oder ohne folgendem Dialog, versetzt uns in Alarmbereitschaft. Das ist seit der Geburt so hinterlegt und auch sinnvoll. Kind ruft – Mutter reagiert – klärt – hilft.

Wenn man das mal mit einem Auto vergleicht, dann passiert bei uns zur Zeit folgendes:

Motor an – kurz auf 3000 U/min – Motor aus. Ich bin kein Kfz.-Mechatroniker, aber irgendetwas in mir hat so eine Ahnung, dass das kein Motor lange mitmacht – gefühlte 200x pro Tag.

Früher! - also vor Corona – beschränkte sich das alles auf Wochenenden, Nachmittage oder auch mal gar nicht, weil ich nicht zu Hause war.

Zieh Dir den Schuh nicht an!

Und das ist eben gar nicht so einfach. Aber ehrlich? Für alle Beteiligten die beste Entscheidung. Denn auch, wenn es für die Kinder ein Einfaches ist, sich ständig und mit allem an uns zu wenden, uns einzuspannen in Dinge, die sie selber auch lösen können, hier müssen wir als Eltern eine besondere Verantwortung übernehmen.

Für die gesunde Entwicklung unserer Kinder 

Weil wir sie weiterhin in ihrer Selbstständigkeit, Selbsterfahrung und ihrem Selbstbewusstsein unterstützen, indem wir eben NICHT sofort und ständig und dauernd reagieren, auch wenn es für uns ein Einfaches wäre, mal eben zu helfen. Sie MÜSSEN an ihre Grenzen stoßen und tüfteln, ausprobieren, neu machen und Fehler machen. Wie großartig ist dann das spätere Gefühl des Erfolges und wie viel höher ist der Erfahrungswert, den sie machen können.

Für uns selber

Weil es wichtig ist, dass wir uns unsere Freiräume nehmen. Nicht zu reagieren bzw. damit die Situation nicht zu übernehmen, bedeutet hier auch: dem anderen unsere Grenzen deutlich zu machen. Jetzt bin ich gerade bei mir und da bleibe ich auch. Jetzt gehe ich auf die Toilette und das mache ich gerne allein. Jetzt lese ich gerade ein Buch und ich kümmere mich in 30 Minuten darum. Oder einfach mal überhaupt nicht reagieren, nichts sagen und einfach mit dem weitermachen, was wir gerade tun, was uns gerade wichtig ist.

Für die Beziehung zwischen Eltern und Kind

Weil wir den Konflikten und unschönen Dialogen immer öfter aus dem Weg gehen können, weil wir immer seltener emotionsgeladene Formulierungen reaktiv und ungeprüft abschicken. 

Das Kind erkennt, dass jeder Mensch einen gewissen Abstand (Ruhe, Distanz, Freiraum) braucht und es gut und auch richtig ist, andere hierüber rechtzeitig in Kenntnis zu setzen. Dadurch wird auch klar, dass nicht das Kind „eingezäunt wird“, sondern dass jeder Mensch ein Recht darauf hat, sich selber mit diesem schützenden Zaun zu umgeben.

Dem Kind wird es keinen Schaden bereiten, wenn es diese oder ähnliche Aussagen von uns hört oder keine sofortige Reaktion erhält. Es wird lernen, dass wir uns selber wichtig nehmen. Es wird lernen, mit seiner Frustration umzugehen. Und uns Eltern gibt es die Möglichkeit, den Abstand aufrecht zu erhalten, der für uns gut und wichtig ist. Uns eben nicht in den Strudel von Anforderungen und andauernder Präsenz zu begeben. Die Kinder werden es nach einigen Tagen verstanden haben und gut damit zurecht kommen.

Herzliche Grüße und bleibt bitte alle fit und gesund!

Eure Gaby Hammer

"Mit Herz & Seele"

  Familienberatung

Gaby Hammer

 

Kinder-/ Jugend- &

Familienberaterin

 

HERZWESEN®-Praktikerin


Psychologische Beraterin/

Personal Coach

Büroräume:

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